Werbung [ohne Auftrag] – Eine Frau zu werden ist eigentlich eine völlig einfache Angelegenheit. Man wird als Mädchen geboren und ist es dann eben irgendwann. Bums fertig! O.k. dass der Weg vom Mädchen zur Frau nicht unbedingt glatt und easy vonstattengeht, ist hinreichend belegt. Wir schmettern mit Volldampf als Raupe in die Pubertät, um dann – gepriesen seien die Hormone – als Schmetterlinge am anderen Ende der Wurst aufzuerstehen. Darin steckt ganz schön viel Erdbebenpotenzial. Ich kann da ein kilometerlanges Lied von singen 🙂 Aber wie ist es denn eigentlich, wenn wir die Pubertät im Rückwärtsgang erleben. Erscheint uns das Ziel dann auch so erstrebenswert? Bleiben wir, was wir sind und immer waren – eine Frau? Empfinden wir uns noch, als wirklich schöne Frau und gehen wir diesen Abschnitt unseres Lebens ebenfalls ganz selbstverständlich und positiv an?

Frau zu werden ist nicht schwer - Frau zu bleiben ...

Frau bleiben – ein echtes Unterfangen?

Gesteht man uns bis ins “hohe Alter” von 50 Jahren das Frausein gerade noch zu, so wird es ab 55 dann doch etwas heikler. So dämliche Sätze wie – 50 ist das neue 40 – lassen mich nicht nur die Luft anhalten, sondern auch fragen, wieso es eigentlich nicht richtigerweise herrliche Sätze heißt. Kann man einem solchen Satz tatsächlich nacheifern und auch noch als positiv und schmeichelhaft empfinden? Haben wir in der Vergangenheit vielleicht schon Kinder, Haushalt, Familie und/oder Beruf erfolgreich gewuppt, wobei wir natürlich immer perfektestens ausgesehen haben (eben vom Leben verwöhnt :-)), so wird es doch ein Leichtes sein, auch das Altern weiterhin galant zu umschiffen. Wir machen selbstverständlich Sport, essen angemessen und fühlen uns großartig! Wirklich?

Frau zu werden ist nicht schwer - Frau zu bleiben ...

Wie bitte kann es dann sein, dass nachweislich so unglaublich viele Frauen in diesem Alter an Depressionen leiden. Unglücklich sind, wie nie zuvor. Einfach nur, weil sie dem Mainstream-Ideal nicht entsprechen? Ich glaube nicht und bin der Überzeugung, dass wir in diesem Alter auch wirklich wichtigeres zu tun haben. Der Verlust einer Taille wiegt doch längst nicht so schwer, wie andere, weitaus prägnantere Geschehnisse. Wir haben von lieben Menschen und auch von Illusionen Abschied nehmen müssen, die Kinder sind erwachsen und das Berufsleben ist häufig absehbar. Auch wenn niemand gerne darüber spricht, wird uns klar, dass wir tatsächlich endlich sind. Gar nicht so einfach!

Frau zu werden ist nicht schwer - Frau zu bleiben ...

Frau zu sein ist nicht zeitlich begrenzt.

Was vielleicht einmal ein ersehntes Ziel war, ist plötzlich da. Und wer jetzt stur an vergangenen Zielen festhält, ohne sich und seine Bedürfnisse noch einmal zu betrachten, läuft vielleicht in die eigene Falle. Was gestern noch erstrebenswert erschien, kann heute völlig bedeutungslos sein. Auch wenn dieses Loslassen schmerzhaft sein kann, so eröffnet es doch auch neue Möglichkeiten. Ich muss als Frau nicht mehr überall mithalten können, darf völlig neu entscheiden. Manche Frau erkennt erst jetzt, zu was sie imstande ist. Erreicht erst jetzt ihren persönlichen Zenit.

Frau zu werden ist nicht schwer - Frau zu bleiben ...

 

Ein ganz wunderbares Zuckerbrötchen des Älterwerdens: wir werden großzügiger. Und genau an diesem Punkt hakt es hier und da. Unsere Großzügigkeit gilt viel zu oft den Anderen. Uns mit etwas mehr Milde und liebevoller Akzeptanz zu betrachten, fällt uns oft ungleich schwerer. Was hindert uns, ein glückliches Frausein zu leben, ohne uns ständig mit den rein äußerlichen, jugendlichen Ansprüchen zu malträtieren? Sind  Faltenlosigkeit, eine schmale Taille und festes Unterhautfettgewebe die Richter über den Grat meines Frauseins? Da kann ich nur breit grinsen. Für mich findet die Entscheidung eine Frau zu sein nämlich im Kopf statt. Wir müssen es uns nur auch selber erlauben.

“Man altert. Doch sonst ändert sich nicht viel.”*
(Erich Kästner)

 

Einen wundervollen Sonntag und fühlen Sie sich pudelwohl in Ihrer immrschönen Haut.
Ihre Gabriele

Outfit:Pulli und Glitzerhose H&M, Mantel Flohmarkt, Stiefel UGG, Tasche HÈRMES

 

*Zitat Quelle: https://www.zitate.eu/author/kaestner-erich/zitate/76465

16 thoughts on “Frau zu werden ist nicht schwer – Frau zu bleiben …”

  1. Das hast Du phantastisch ausgedrückt liebe Sabine und ich bin absolut Deiner Meinung.

    Liebste Grüße
    Deine Gabriele

  2. Gut geschrieben, Gabriele. Es liegt an uns, ob wir uns zum Neutrum machen oder Frau bleiben. Es sind ja wohl nicht nur die Hormone, die uns dazu machen. Ich denke, dass ich heute sogar mehr Frau bin als mit 30. 60 Jahre Frauenleben geben mir mehr weibliche Substanz.
    Liebe Grüße
    Sabine

  3. Liebe Elvira, das mit den fehlenden Vorbildern stimmt völlig. Wir müssen uns unseren Weg selber freischaufeln. Umso wichtiger ist es ja auch, dies wirklich zu versuchen, denn wir werden die Vorbilder unserer Töchter sein und wir sollten sie nicht hängen lassen, oder? Einfach ist es wirklich nicht.

    Ganz herzliche Grüße zurück und einen schönen Sonntagabend
    Deine Gabriele

  4. Ich muss Dir teilweise sogar recht geben liebe Nicole, denn wir leben ein deutlich anderes Leben, als noch unsere Großmütter. Aber was mir dabei missfällt ist der entstehende Druck. Muss ich den Kriterien einer 40 jährigen entsprechen? Ich möchte genau das sein dürfen was ich bin und nicht ewig eine Messlatte hingehalten bekommen.

    Herzlichste Grüße und bis bald
    Deine Gabriele

  5. Du klingst trotz Deiner schmerzhaften Erfahrungen so positiv, liebe Karin. Ich finde es großartig, welche Schlüsse Du aus dem Erlebten gezogen hast, denn manch anderer würde auch verbittern.

    Liebste Grüße zurück
    Deine Gabriele

  6. Liebe Gabriele,

    es ist eine Lernaufgabe, großzügig mit sich selbst zu sein, sich selbst zu mögen und zu akzeptieren, dass ich genau so wie ich bin, richtig bin. Vorbilder für diese neue Generation “alter Frauen” gibt es bisher nicht, die Frauen vor mir sind unter ganz anderen Umständen und gesellschaftlichen Regeln aufgewachsen und haben andere Erfahrungen gesammelt. Die Erinnerungen an meine Großmutter weichen extrem von meinem heutigen Leben ab. Wir dürfen also alles ausprobieren und das “Frau sein ab 60” neu entdecken, um dann so zu leben, wie wir es uns vorstellen. Ach, ist das herrlich und dein Artikel dazu auch.

    Einen schönen Sonntag

    mit herzlichen Grüßen
    Elvira

  7. Liebe Gabriele, also ich habe mal einen Artikel geschrieben, der 50 ist das neue 30 hieß…finde diese Sätze ehrlich gesagt gar nicht schlimm, denn mein Vergleich bezog sich auf die Betrachtung meiner Großmutter und Mutter und dem Unterschied des heutigen 50 zum damaligen. Letztendlich habe ich mich je älter ich wurde, immer wohler gefühlt, da, wie Du so schön gesagt hast, die Milde, die Erfahrung, die Weiheit mich immer gelassener hat werden lassen. Das ist es, was ich am Alter mag. Was ich nicht mehr so sehr mag ist meine Haut, aber auf der Waage wiegt das positive Gefühl deutlich schwerer 😉
    Schönen Sonntag und liebe Grüße, Nicole

  8. Liebe Gabriele, zugegeben, das muß Frau erst lernen. Bei all dem “Anti-Falten” und “Anti-Aging” Gedöns, was ja so viel heißt wie: “Falten sind häßlich und zu vermeiden – also ewig jung zu bleiben, ist es nicht immer einfach milde mit sich selbst zu sein.
    Andererseits müssen wir, wie Du schon sagst, nicht mehr mit den Jungen mithalten und können entspannt in die Zukunft gehen. Ich habs gelernt! Leider auf eine harte Weise, weil ich nach dem Krebstod meines Mannes und der darauf folgenden eigenen Krebserkrankung erkannt habe, was wirklich zählt im Leben. Es ist das Leben selbst, das, wenn wir es uns nicht selbst vermiesen, wunderschön sein kann.
    Auch Dir einen schönen Sonntag.
    Ganz liebe Grüße
    Karin

  9. Guten Morgen liebste Gabriele, genau so ist es dem ist nichts hinzuzufügen.
    Schönen Sonntag (wenn auch stürmisch) liebe Grüße Elisabeth

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