Liebe immerschöne, heute möchte ich Ihnen wieder eine ganz besondere Frau vorstellen. Ute Kördel ist Founderin der bekannten Internetseite 59plus und hat somit noch einmal ein ganz neues Betätigungsfeld für sich persönlich entdeckt. Ich hatte das große Glück Ute Kördel und ihre Mitgründerin Simone Brüggemann kennenzulernen und bin absolut begeistert, was diese beiden großartigen Frauen da mit großem Engagement und voller persönlicher Überzeugung auf die Beine gestellt haben. Ein superinformatives Online Magazin rund um das Alter. Ute lebt heute auf Borkum und just heute ist sie auf dem Weg in den Urlaub. Sie hat glücklicherweise einen Zwischenstopp bei mir eingelegt, sodass wir die wunderbare Gelegenheit haben, uns miteinander zu unterhalten. Aber ich möchte natürlich nicht schon zu weit vorgreifen und freue mich jetzt auf unser gemeinsames Gespräch.

Liebe Ute, Du bist mit einem Bruder gemeinsam in Herdecke aufgewachsen. 1947 geboren, also zu einer Zeit, in der Mädchen einige Berufe nicht zugedacht waren. Wie war das in Deinem Elternhaus? Standen Dir alle Wege offen?

Ja, da hatte ich wirklich großes Glück, denn in meinem Elternhaus wurden mir keine Steine in den Weg gelegt. Was aber nicht heißt, dass mir alles möglich war. Die damalige Gesellschaft hat doch noch vieles einfach ausgeklammert.

 

Ute Kördel

 

Hattest Du als Kind bereits ein klares Bild von Deiner beruflichen Zukunft oder hattest Du da eher keine Vorstellung und die klassische Rolle für Dich als Bild?

Oh, ich hatte einen ganz besonderen Berufswunsch und das schon sehr früh. Ich wollte immer schon Schiffsoffizierin werden. Das stand fest! Da meine Eltern meinen Berufswunsch nun absolut nicht ernst nahmen, es für eine Spinnerei hielten und ich leider noch nicht volljährig war, machte ich zunächst eine kaufmännische Lehre. Diese Entscheidung traf ich selbständig, da ich eine kaufmännische Lehre als eine gute Basis sah. Die Ausbildung zum Schiffsoffizier war damals für Mädchen tatsächlich nicht möglich.

Bist Du dann auch nach Deiner Ausbildungszeit im Beruf geblieben oder hattest Du da vielleicht sogar schon andere berufliche Pläne?

Nein, absolut nicht, denn das entspricht auch gar nicht meinem Naturell. Rückblickend kann ich sogar sagen, dass mir die Abzweigungen und Gelegenheiten eher begegnet sind. Nach der Ausbildung habe ich zuerst einmal geheiratet. Und zwar bereits nach 4 Monaten – einen Nautiker!

Liebe Ute, jetzt muss ich schmunzeln. Da hast Du nicht nur einen sicherlich sehr interessanten Mann, sondern auch gleich Deinen Lieblingsberuf geheiratet. Eine hervorragende Kombination. Bist Du damit auch Deiner Sehnsucht nach der Seefahrt ein Stück näher gekommen?

Ja, denn nachdem er die Seefahrtsschule beendet hatte, sind wir 7 Jahre zusammen auf diversen Frachtschiffen zur See gefahren. Mein Mann als Nautiker, ich zunächst als Chiefsteward, danach als mitreisende Ehefrau. Zwischenzeitlich habe ich in verschiedenen kaufmännischen Berufen als Vertretung gearbeitet. Nach Beendigung meiner Seefahrtszeit habe ich eine Kneipe für zwei Jahre übernommen. Inzwischen neigte sich meine Ehe dem Ende zu, wir ließen uns einvernehmlich scheiden und blieben Freunde.

 

Ute Kördel

 

Bist Du anschließend beruflich im kaufmännischen Bereich geblieben oder hast Du neue Wege beschritten?

Bald lernte ich meinen zweiten Mann kennen und versuchte mich auf seinen Wunsch hin als Hausfrau. Unser Kinderwunsch blieb leider unerfüllt. Durch meinen kranken Hund begann ich eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin. Das Dasein als Hausfrau fand ich doch ziemlich einseitig und unspannend. Nach Abschluss der Ausbildung machte ich mich mit einer Tierheilpraxis selbständig, die ich bis zu dem plötzlichen Tod meines Mannes mit viel Freude geführt habe.

Der Tod Deines Mannes war mit Sicherheit ein großer Einschnitt. Wie bist Du damit umgegangen?

Ja, das war eine furchtbare Erfahrung und ich habe Jahre gebraucht um das zu akzeptieren. Nach dem plötzlichen Tod meines Mannes machte ich dann einen totalen Neustart auf Borkum. Wo ich auch bis heute wohne. Die Praxis als Tierheilpraktikerin habe ich zwar aufgegeben, bin aber nach wie vor darin tätig. Vielleicht nicht ganz freiwillig, aber da alle um meinen Beruf wissen, kommen natürlich meine vierbeinigen Patienten an meine Tür. Und ich mag Tiere und meinen Beruf zu gerne, um da nicht weich zu werden. Vor drei Jahren habe ich dann mit meiner besten Freundin die Internetseite 59plus gegründet. Ein wirkliches Anliegen von mir.

Was hat Dich zur Gründung von 59plus  veranlasst? Gab es einen bestimmten Auslöser?

Nein, den gab es tatsächlich nicht. Die Idee entstand spontan auf einem Spaziergang. Eine Internetseite zu entwerfen, auf der es selbstverständlich um das Alter geht, die altersentsprechende Informationen beinhaltet, aber die Freude nicht außen vor lässt – genau das schwebte uns vor. Und wir haben sie tatsächlich auf die Beine gestellt. Anstatt diverse Zeitschriften zu kaufen, kann man jetzt auf unserer Internetseite 59plus blättern und erfährt die interessantesten Neuigkeiten.

Welche  Inhalte hat 59plus und was möchtet Ihr mit Eurem Internetauftritt bewirken?

Wir möchten zeigen, dass Alter Spaß machen kann und nicht automatisch mit Krankheit und Pflegebedürftigkeit in Verbindung gebracht werden muss. Gleichzeitig möchten wir auch Ratgeber sein. Daher sind wir natürlich ständig auf der Suche nach den neuesten Ergebnissen aus Forschung und Wirtschaft.

Hast Du Pläne für 59plus? Gibt es interessante Neuigkeiten, die wir unbedingt wissen sollten?

Ich möchte am Weltseniorentag, also am 01.10.18, den Seniorenflashmob nach Borkum holen. Wir haben ihn schon zweimal in Düsseldorf mit großem Erfolg veranstaltet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und ich freue mich schon sehr darauf.

 

Ute Kördel

 

Dein Leben hört sich unglaublich abwechslungsreich an. Aber sicherlich haben nicht alle Menschen Deines Umfeldes immer nur beifällig genickt. Beständigkeit war früher ein erwünschter und allseits erwarteter Zustand. Wenn Du es heute betrachtest, denkst Du dann selber –toll?

Absolut! Ich habe nicht nur einen Beruf gehabt, sondern viele verschiedene und würde mich immer wieder so entscheiden. Wie das gesellschaftliche Ansehen ist, kann ich nicht beurteilen und es hat mich auch tatsächlich nie interessiert. Ich war und bleibe neugierig, bin gespannt auf mein Alter, werde mich weiter intensiv mit 59plus beschäftigen, Tiere nach Möglichkeit heilen und viele, viele Reisen unternehmen. Ich fühle mich rundum wohl in meinem Leben und würde alles wieder genauso machen. Es bleibt immer spannend!

Liebe Ute, ganz herzlichen Dank für dieses wunderbare Interview und ich hoffe – bis bald!

Gabriele

8 thoughts on “Ute Kördel”

  1. Du sprichst mir aus der Seele, sie ist wirklich großartig.

    Herzlichen Gruß und ganz lieben Dank
    Gabriele

  2. Liebe Brigitte, wie schön und Du hast natürlich völlig recht – sie ist großartig!

    Herzlichen Gruß
    Gabriele

  3. Toll!!
    Ich kenne Ute vom ” Strand”. Durch unsere Hunde haben wir uns kennengelernt und finde es toll jetzt etwas von ihr zu lesen.
    Ich bewundere und schätze sie sehr, sie ist ein Vorbild wie aktiv man im Alter noch sein kann.
    Weiter so Ute!

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