Krimi Autorin

Liebe immerschöne, heute möchte ich Ihnen Patricia Weiss vorstellen. Patricia Weiss ist Krimi Autorin und nach ihren Büchern ‘Das Lager’ und ‘Böse Obhut’  ist soeben ihr dritter Kriminalroman ‘Zweiundsiebzig’ erschienen. Netzwerken ist ja bekanntlich eine  ganz großartige Möglichkeit, die wunderbarsten Menschen kennenzulernen. Nur dadurch hatte ich überhaupt die Gelegenheit, Patricia zu begegnen. Christian, ein guter Freund von Patricia, war nämlich absolut davon überzeugt, dass wir uns unbedingt kennenlernen müssen. Welch ein Glücksfall! Und als begeisterte KrimiLeserin bin ich jetzt natürlich gespannt darauf, einmal hinter die Kulissen zu schauen und freue mich schon sehr auf unser gemeinsames Gespräch.

 Patricia Weiss

 

Gabriele immerschön. im Gespräch mit Patricia Weiss.

Liebe Patricia, dein Beruf ist ja schon recht außergewöhnlich und da habe ich natürlich viele Fragen. Vor allem: Wie kommt man dazu, Autorin zu werden? Liegt das bei euch in der Familie, und wolltest du schon immer schreiben?

Ja, tatsächlich wollte ich immer Schriftstellerin werden. Schon seit ich ganz klein war. Oder Archäologin. Das fand ich auch spannend. Allerdings hat mich der Gedanke, in verschütteten, dunklen Grabmälern durch Spinnennetze kriechen zu müssen, abgeschreckt. Meine Eltern haben sehr viel gelesen, die Bücher stapelten sich in jedem Zimmer, aber ich bin die erste und bisher einzige Schriftstellerin in der Familie. Lesen und Schreiben habe ich mir, schon bevor ich in die Schule kam, selbst beigebracht, und das erste Buch, das mich so richtig in seinen Bann gezogen hat, war Fünf Freunde von Enyd Blyton. Ich konnte Stunden mit Tagträumerei verbringen und mir vorstellen, auch solche Abenteuer zu erleben. Irgendwann habe ich das aufgeschrieben, und so entstand bereits in der Grundschule mein erster Krimi, in dem allerdings auch Pferde mit seidigen Mähnen und weiße Sandstrände vorkamen. Doch mein Leben hat zunächst einen Umweg genommen, schließlich muss man von etwas leben. Deshalb habe ich Betriebswirtschaftslehre studiert und als Beraterin und Managerin gearbeitet. Das hat mir auch gefallen, meistens jedenfalls, ich war viel im Ausland unterwegs und habe Karriere gemacht, wie man so schön sagt. Trotzdem nagte im Hinterkopf immer der Wunsch, Bücher zu schreiben. Irgendwann habe ich mich gefragt, worauf ich eigentlich warte, und den Sprung ins kalte Wasser gewagt.

Welchen Herausforderungen musstest du dich stellen, um deinen Traum zu verwirklichen?

Ich bin Selfpublisherin, das bedeutet, ich habe keinen Verlag, sondern mache alles selbst. Das war Neuland für mich und zu Beginn nicht einfach. Aber entscheiden zu können, worüber ich schreibe, und alle Fäden in der Hand zu haben, ist mir wichtig, und ich genieße es. Als ich dann mein erstes Buch veröffentlicht habe, tat sich erst mal … gar nichts. Das war nach der anfänglichen Euphorie, es endlich geschafft zu haben, eine ziemliche Ernüchterung. Niemand kannte meinen Namen oder wusste, dass das Buch überhaupt existierte. Wie auch? Ich hatte ja keinen Verlag im Rücken, der eine große Werbekampagne startete und die Bücher ganz vorne auf dem Ladentisch platzierte. Es brauchte Geduld und die unerschütterliche Überzeugung, dass das genau mein Weg ist. Doch schließlich kamen auch die ersten positiven Feedbacks, und das Buch trat aus dem Schatten des virtuellen Raums hervor. Da hatten es die nachfolgenden Krimis doch deutlich leichter.

Hat sich dein Leben verändert? Musstest du etwas aufgeben, etwas opfern, um Schriftstellerin zu sein?

Mein Leben hat sich sehr verändert. Ich habe auch früher viel gearbeitet, aber wenn ich nach Hause kam, hatte ich Zeit und habe viel mit Familie und Freunden unternommen. Das ist jetzt häufig anders. Ich schreibe leidenschaftlich gern, und wenn ich in der Entstehungsphase eines neuen Buches bin, nimmt mich das Thema völlig gefangen und lässt mich rücksichtslos werden im Durchsetzen meiner Schreibzeiten. Ich denke dann an nichts anderes, schotte mich total ab, treffe keine Freunde mehr. In gehe sogar in Schreibklausur und ziehe mich in ein Häuschen in den Bergen zurück, um komplett ungestört den ersten Entwurf fertigzustellen. Dort arbeite ich Tag und Nacht und lasse mich durch nichts ablenken. So eine Phase kann sich über einige Wochen hinziehen, das war für mein Umfeld anfangs nicht leicht zu verstehen. Zum Glück scheinen sie es mir nicht übelzunehmen, dafür bin ich ihnen sehr dankbar

Patricia Weiss

 

Selfpublisherin zu sein und sich durchzusetzen ist ja eine echte Herausforderung. Erlebst du da Unterstützung?

Ja, Unterstützung bekomme ich von vielen Seiten, das ist überwältigend und für mich als Selfpublisher von unschätzbarem Wert. Es hat sich mittlerweile eine kleine Fangemeinde unter den Lesern gebildet, die meine Krimis weiterempfehlen, Bewertungen abgeben und auf die Fortsetzungen warten. Ihnen habe ich zu verdanken, dass die Romane einem größeren Kreis bekanntgeworden sind, und das positive Feedback motiviert mich sehr.Und dann sind da natürlich meine Familie und meine Freunde, die an mich glauben und mich nicht für eine Verrückte hielten, als ich mit dem Schreiben angefangen habe. Mein bester Freund verkauft die Bücher sogar in seinem Second Hand Laden, das ist wunderbar!

Mittlerweile hast du schon dein drittes Buch veröffentlicht, wie siehst du deinen Beruf heute? Würdest du dich wieder so entscheiden? Wie ist der Beruf gesellschaftlich angesehen?

Autorin geworden zu sein habe ich noch keinen Tag bereut. Für mich ist es genau das Richtige. Natürlich läuft es nicht nur steil bergauf, es gibt immer im Leben Höhen und Tiefen, und alles braucht seine Zeit. Aber es macht mir Spaß, und die Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, ermutigen mich weiterzumachen. Interessanterweise hat der Beruf anscheinend ein hohes Ansehen. Jedenfalls nehme ich es so wahr. Wenn ich erzähle, dass ich Schriftstellerin bin, stoße ich meist auf sehr positive Resonanz und viel Interesse. Vielleicht liegt es daran, dass viele denken, Krimi-Autorinnen wären exzentrisch, unkonventionell, ein bisschen verrückt und abgründig. Das trifft sicherlich auch auf mich zu, das möchte ich gar nicht abstreiten. Aber es gehören auch die eher langweilig klingenden Eigenschaften wie Durchhaltevermögen und Disziplin dazu, denn ein Buch zu schreiben ist ein Marathon.

Patricia Weiss

 

Welche Entwicklung siehst du für dich? Wie sehen deine nächsten Schritte aus?

Als Autorin stehe ich noch am Anfang, ich habe viele Pläne und möchte noch viel Neues ausprobieren, vielleicht auch in anderen Genres. Natürlich werde ich die Reihe mit der Detektei Peters fortsetzen. Es sollen mindestens fünf Teile werden, möglicherweise auch noch mehr. Außerdem geht mir zur Zeit eine Idee für einen Thriller durch den Kopf, der deutlich härter werden soll als meine bisherigen Bücher. Wobei die ja auch nicht gerade Kuschel-Krimis sind …

Patricia Weiss

 

Eine letzte Frage, liebe Patriacia: Was bedeutet Schönheit für dich und hat sich deine diesbezügliche Einstellung mit der Zeit verändert?

Ich gebe zu, für Schönheit (bei anderen) hatte ich schon immer eine Schwäche. Wobei Schönheit für mich die Mischung aus Aussehen, Ausstrahlung und Charakter ist. Für mich persönlich ist Aussehen wichtiger geworden, seit ich meine Bücher vermarkte. Ich habe gelernt, dass es als Selfpublisher nicht ausreicht, nur die Cover zu posten, die Leser möchten auch die Autorin hinter den Büchern sehen. Aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass mein sexystes Körperteil mein Gehirn ist.

Liebe Patricia, herzlichen Dank für das tolle Interview
Gabriele

Einen lieben Dank von Patricia an Sheona-Ann PHOTOGRAPHY für ihre wundervollen Fotos.

 

4 thoughts on “Patricia Weiss”

  1. Liebe Ruth, danke Dir ganz herzlich für Dein schönes Kompliment. Ich freue mich riesig darüber. Ja, Patricia ist wirklich eine superinteressante Frau und gerade habe ich wieder eines Ihrer Bücher gelesen- ich fresse mich regelrecht fest und kann sie nicht aus der Hand legen. So super spannend!

    Liebe Grüße und einen wunderschönen Sonntag
    Deine Gabriele

  2. Hallo Gabriele,
    Dir wünsche ich auch einen schönen Sonntag.
    Das Interview mit Patricia Weiss hat mir sehr gut gefallen. Eine interessante Frau, die ihre Leidenschaft fürs Schreiben auch gegen alle Widerstände mit ganzer Kraft durchgezogen hat. Meine Hochachtung dafür!
    Ich werde mir sicherlich einen ihrer Romane zulegen, meine Neugier hast Du liebe Gabriele, jedenfalls damit geweckt.
    Dankeschön für diese wunderbare Sonntagslektüre,
    ich lese Deine Beiträge immer mit großer Freude!
    Ganz herzliche Grüße
    Ruth

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