Werbung [ohne Auftrag] – Ja ich bin von Gestern! Böse Zungen würden vielleicht sogar behaupten, von Vorgestern. Aber das geht mir völlig … am Irgendwo vorbei. Jeder, der mich sieht, kann sich an seinen fünf Fingern abmahlen, dass mein Geburtsjahr nicht irgendwann in den frühen 2000er Jahren, sondern doch eher in der Mitte des letzten Jahrhunderts liegt. Ich finde, es hört sich toll an, zu sagen: Ich bin aus dem letzten Jahrhundert! Hat es doch tatsächlich etwas von den geliebten Helden- und Rittersagen meiner Kindheit. Wenn auch der Zeitsprung nicht ganz so groß ist, so ist doch einiges in den letzten 50 Jahren passiert. Finden Sie nicht auch, liebe immerschöne?

Ich bin eine Gestern - Schwester!

Gestern – von wegen Ödnis!

Ich kann mich noch sooo gut erinnern: Regenwürmer ausbuddeln und daraus im Sandkasten Nudeln kochen, ständig vollgelaufene matschige Gummistiefel, Hüpfekästchen, Seilspringen … die Kaiserin von China, geborene Katharina, Gummitwist, rutschige weiße Sonntagsstrumpfhosen mit schwarzen Lackschuhen, in der Kirche stillsitzen, Hostien stibitzen, auf der Straße Schlittschuhe fahren. Und später dann die ersten Feten … Butterfly oh Butterfly … auf scheppernden Kassettenrekordern, gewagte Schminkversuche in Regenbogenfarben, Nagelackverbot in der Schule, Bonanza, bezaubernde Jeannie, Daktari, Mofas, Midimäntel, Plateauschuhe und Miniröcke so breit wie Gürtel. Und das soll langweilig gewesen sein? Von wegen!

Ich bin eine Gestern - Schwester!

Wir hatten sogar einen unglaublichen Vorteil: Wir waren frei. Sobald wir unser Elternhaus verließen, um uns mit unseren Freunden zu treffen, standen wir auf eigenen Beinen. Kurze Kontrollanrufe, Ortungsdienste und derlei “Sicherheits”Vorkehrungen gab es nicht. Wir gingen raus, um die Welt zu entdecken, uns auszuprobieren, unter Freunden zu sein und unsere Erfahrungen zu machen. Die Welt war draußen und wurde uns nicht Freihaus in unser Kinderzimmer geliefert. Wir mussten uns auf sie zu bewegen. Und ich glaube, dass auch heute noch genau darin unsere Stärke besteht.

Ich bin eine Gestern - Schwester!

Nicht nur das Gestern, auch das Heute und unbedingt das Morgen …

können wir mit dieser Voraussetzung wuppen. Wir bringen die nötige Neugierde und Abenteuerlust mit, uns auch heute auf neue Dinge einzulassen. Was natürlich nicht heißt, dass es für uns leicht ist und wir es mit Links einfach so aus dem Ärmel schütteln. Das wäre aber auch schrecklich langweilig.

Ich bin eine Gestern - Schwester!

Nö, aber wir wissen mittlerweile auch, dass wir nicht das Internet löschen oder der Computer explodiert, wenn einmal etwas nicht gleich klappt. Und was ist dagegen zu sagen, wenn wir uns wissende Hilfe an die Seite holen? Wie war das noch mal: … wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm. Und wenn wir alles sind, das sind wir absolut nicht! Für unsere Eltern waren unsere Kassettenrekorder auch ein Wunderwerk der Technik und sie haben dann im Partykeller mit BlinBlingKugel an der Decke, das Ding gehändelt als wären sie DJs. Es geht immer so weiter, nur eben schneller und schneller. Und unsere Kinder werden, genau wie wir heute, eines Tages staunend dastehen, und wie die Kuh ins Uhrwerk schauen. Ich finde den Gedanken sehr, sehr beruhigend:-)

“Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit.”

(Babylonischer Talmud)

 

In diesem Sinne – einen wundervollen Sonntag und bis bald.
Ihre Gabriele

Outfit: Blazer VERA VARELLI (nur noch Second Hand), Tunika KAFFE, Hose ZARA, Schuhe ADIDAS, Tasche PRADA

22 thoughts on “Ich bin eine Gestern – Schwester!”

  1. Wie konnte ich den nur vergessen, liebe Ingrid! Da hast Du mir heute gleich ein morgendliches Grinsen beschert.

    Liebe Grüße und einen schönen Wochenbeginn
    Gabriele

  2. So ein schöner Blogbeitrag

    Ich sehe das genauso wie Du, und ich erlebe derzeit oft die ernstgemeinte Frage von interessierten Jüngeren: “Wie habt Ihr das damals gemacht?”

    Wir haben in der Tat den Vorteil, dass wir vieles wissen und die Erfahrung mitbringen. Das ist ein großes Schatzkästchen.

    Liebe Grüße
    Birgit

  3. Hallo Gabriele, ich hab sogar Angst, das ich den irgendwann den Button meines Geburtsjahres nicht mehr scrollen kann 😉
    Im übrigen, bei uns gabs auch noch den starken Mann: “immer wenn er Pillen nahm” hahahaha
    lg ingrid

  4. Ich freue mich riesig über Dein liebes Kompliment, liebe Sabine.

    Herzliche Grüße und einen schönen Fussballabend
    Deine Gabriele

  5. Schön beschrieben, liebe Gabi. Genau so war’s. Es gab eine Freiheit, die ich nicht missen möchte. Erfahrungen, die mir lange Zeit das Gefühl gegeben haben, dass ich alles schaffen kann – auf meine Art und Weise. Die mir heute zumindest noch das Gefühl vermitteln, dass ich mein Hirn nicht mit Kreuzworträtsel und Sudoku fit halten muss, weil es noch immer Neues ausprobieren und mich darauf einlassen kann.
    Ganz liebe Grüße
    Sabine
    PS: Ein unglaublich cooler Look, Du siehst umwerfend aus!

  6. Herzlichen Dank liebe Ines und Dir auch einen wunderschönen Sonntag.

    Liebe Grüße und bis bald
    Gabriele

  7. Das wünsche ich Dir auch liebe Beate. Ich finde den Gedanken des Immerweiter sehr beruhigend, Du auch?

    Einen wunderschönen Sonntag
    Gabriele

  8. Ja liebe Barbara, manche Worte bringen auch bei mir sofort Erinnerungen hervor. Ich brauche nur an Bonanza und den dicken Hoss denken und schon muss ich grinsen.

    Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir
    Gabriele

  9. Hallo Gabriele, du sprichst mir aus der Seele. Ich habe noch auf einer Schreibmaschine das „Tastaturschreiben“ gelernt. Computer waren etwas tolles und wir sind mit der Technik groß geworden. Ich war schon immer technisch interessiert und habe auch schon lange ein Smartphone. Das der technische Wandel unsere Gesellschaft so verändert hätte ich nicht gedacht. Ich staune oft nicht über die technischen Möglichkeiten, sondern über die Nutzung. Wie du schon schreibst haben auch unsere Eltern über uns den Kopf geschüttelt, aber es ist immer weiter gegangen. So war es und so wird es sein und so ist es gut. Schönen sonnigen Sonntag. Beate S.

  10. Vielen lieben Dank Sibylle, das freut mich sehr.

    Einen wunderschönen Sonntag und bis bald
    Gabriele

  11. Liebe Gabriele,
    Deine Erinnerungen haben mir gerade so schön meine Jugend und Kindheit herbeigezaubert. Vielen Dank !
    Barbara

  12. So true, lieb Gabriele! Wie immer ein toller Post, der zum Denken anregt.
    Herzlichst
    Sibylle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.