Werbung [ohne Auftrag] – Es lebe der Dialekt, liebe immerschöne. Egal aus welchem Teil Deutschlands wir auch  kommen unsere Sprache in seiner jeweils so eigenwilligen Couleur, der ganz spezielle Singsang einer Region bietet unserer Seele, unserem Gefühl doch ein echtes Zuhause, oder? Ich habe das jetzt wieder ganz besonders in meinem Urlaub erlebt und es hat mir erneut gezeigt, wie wichtig mir diese ganz besondere Zugehörigkeit ist.

Dialekt hin oder her?

Dialekt ist auch Bildung – Herzensbildung!

Als Kind wusste ich ganz genau, wann meine Mutter mit ihrer allerbesten Freundin telefonierte. Sie fiel in den Rheinländischen Singsang, sprach unverfälschtes Kölsch und lachte ungeheuer viel. Ich fand das damals wunderbar und habe auch heute noch dieses wohlige Empfinden ganz präsent. Ich bin in Köln geboren und aufgewachsen und kann auch heute noch die Sprache meiner Stadt sprechen. Schade nur, dass mir dieses wirklich alte Kölsch, das Kölsch der ´Ureinwohner´ nicht wirklich beigebracht worden ist, denn hin und wieder fehlt mir dann doch ein ganz bestimmtes Wort.

Dialekt hin oder her?

Es galt damals tatsächlich als unfein einen Dialekt zu sprechen und wer etwas auf sich hielt (ob mit oder ohne Grund) der bestand auf einem einwandfreien Hochdeutsch. Dialekt, in diesem Fall Kölsch, war ein regelrechter Makel. So ging den meisten Kindern meiner Generation die Heimatsprache verloren. Jammerschade!

Dialekt hin oder her?

Dat is ming Jeföhl

Mit dem kölschen Dialekt bringen nicht nur wir Kölner unsere Fröhlichkeit, unseren Pragmatismus und unsere Obrigkeitskritik zum Ausdruck. Jede Region hat eine ganz eigene Mentalität, die ihren Ausdruck im jeweiligen Dialekt findet. Und wie schon angedeutet, habe ich dies in meinem Urlaub auf den Punkt erneut festgestellt. Unter all den wunderbar netten Menschen war ein Kölner. Er wusste ganz haargenau, exakt und ohne Erklärung was ich meinte mit dem Ausdruck: Dat es doch Muckefuck. Ein Gefühl auf den Punkt zu bringen und verstanden zu werden, wenn alle meinen man beschreibe nur die Qualität eines Kaffees – das ist ein Zuhausegefühl. Finden Sie nicht auch, liebe immerschöne?

“Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache erst an.”*

(Christian Morgenstern)

 

Dialekt hin oder her?

 

Einen wunderschönen Tag wünsche ich Ihnen
Ihre Gabriele

 

Outfit: Tunika/Kleid KAFFE, Slipper EMU Australia

*ZitatQuelle: https://www.aphorismen.de/zitat/78400

6 thoughts on “Dialekt hin oder her?”

  1. Ja,ja die Hannoveraner, liebe Monika. Aber da Du auch in Freiburg gelebt hast – ich war nämlich gerade da – weißt du eindeutig, wie doll ein Dialekt sein kann. Ich fand ihn übrigens wunderschön.

    Liebe Grüße und bis bald
    Deine Gabriele

  2. Hallo liebe Gabriele!
    Da kann ich leider nicht mitreden. Komme aus Hannover und uns wird nachgesagt, wir würden das reinste Hochdeutsch sprechen. Kommischerweise habe ich nach meinen 13 Jahren in Freiburg i. Br. oft gedacht: was sprechen die Hannoveraner denn auf einmal für einen Dialekt. Hörte sich für mich total fremd an. Ich jedenfalls finde Dialekte sehr charmant und sie sollten gepflegt werden. Aus dem Badischen habe ich auch einiges mit zurück nach Hannover genommen. Allerdings werde ich jetzt öfter mal gefragt, ob ich aus Berlin komme. Wie man sieht, ist das mit den Dialekten gar nicht so einfach!
    Liebe Grüße
    Monika

  3. Liebe Beate,

    lass sie doch lachen und frag sie einmal, ob sie ihren Heimatdialekt überhaupt sprechen. Ständig mit Dir zu hadern, macht Dich doch nur traurig.

    Liebe Grüße
    Deine Gabriele

  4. Liebe Gabrieele, du schreibst mir aus der Seele. Ich spreche hessisch dem Hochdeutsch leider nicht mächtig. Früher habe ich mich oft geschämt, aber wenn ich versuche Hochdeutsch zu sprehen verfalle ich nach kurzer Zeit wieder in meinen Dialekt. Mittlerweile habe ich mich damit ausgesöhnt, aber manchmal werde ich damit aufgezogen und es tut immer wieder weh. Ich habe für mich noch keine Antwort gefunden. Viele liebe Grüße Beate

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