Das Altsein mag niemand, Älterwerden ist gerade noch o.k. Junges Altsein wäre allerdings der Renner. So scheint es mir jedenfalls. Und ich frage mich, wie das denn bitte gehen soll. Zurzeit läuft auf Instagram eine Challenge unter dem Namen #10yearchallenge. Mit diesem Hashtag werden Porträts von 2008 und 2018 gemeinsam gepostet, um zu zeigen, wie uns die letzten 10 Jahre verändert haben. Ganz spontan habe ich mich dem angeschlossen und erst einmal in meinen alten Fotos gewühlt, um ein geeignetes 2008er Foto zu finden. Dabei kam ich natürlich ins Grübeln.

Junges Altsein - wie paradox ist das denn!

Altsein heißt auch – alt genug sein.

Genau das bedeutet es uns doch erst einmal. Ich kenne kein Kind, das nicht unbedingt älter werden möchte. Alt genug, um alleine über die Ampel zu gehen oder lange Fernsehen gucken zu dürfen. Älterwerden und Altsein kommen da noch Errungenschaften gleich. Es sind  Ziele, die unbedingt bald erreicht werden sollen und somit ungemein positiv besetzt sind. Natürlich bemerken wir als Kinder das Aussehen von älteren und alten Menschen, stellen fest, dass sie in so manchen Dingen anders sind als wir. Sie hüpfen zum Beispiel gar nicht. Aber eine Erklärung reicht aus, um es einfach so zu akzeptieren. Völlig wertungsfrei anzunehmen!

Junges Altsein - wie paradox ist das denn!

Dass wir als pubertierende Jugendliche zwingend die Alten für doof erklären müssen, das versteht sich von selbst. Wir sind in diesem Alter ausgesprochen kritisch. Aber das oberste Bewertungskriterium ist doch eher cool oder völlig uncool. Wir erkennen in diesem Alter genau, dass es alte Junge und junge Alte gibt. So erinnere ich mich jedenfalls. Die Gruppe gibt jetzt umfänglich vor, was wir schön zu finden haben und wir vergleichen uns natürlich heftig. Die “Alten” werden aber eher danach bewertet, ob sie uns reinquatschen oder nicht. Wie alt die Alten sind und ob sie altersgerecht gealtert sind, ist eher kein Kriterium. Altsein im Sinne von alt genug sein, um sich nichts mehr sagen lassen zu müssen, ist weiterhin sicherlich ungemein erstrebenswert.

Junges Altsein - wie paradox ist das denn!

Aber wann fängt dieser unschöne und sezierende Blick auf das Alter denn nun eigentlich an? Fängt er nicht ausgerechnet dann an, wenn wir es eigentlich geschafft haben?  Mein Haus, mein Auto … und … stellen auf einmal fest, dass wir älter geworden sind. Paff! Wollten wir gerade noch die Welt aus den Angeln heben, wissen wir jetzt, was möglich ist. Oder eben auch nicht! Wir erkennen unseren Status und haben schon so einiges gehört, gelesen, gesehen, was unbedingt vonnöten ist, um wirklich aus der Menge  herauszustechen. Social Media beschleunigt dies heute natürlich ungemein und befeuert den Vergleich heftigst, auch wenn es bei den jungen Frauen weitaus eher um das supertolle Outfit oder MakeUp geht. Du siehst soooo jung aus – liest man da eher nicht.

Älterwerden führt automatisch zum Altsein – Forever young ist ausverkauft!

Ok, ich kann mir jetzt stundenlang weiterhin den Kopf darüber zerbrechen, wann das mit dem JungseinWahn denn nun genau beginnt oder ich bringe es endlich auf den Punkt. Es stinkt mir nämlich gewaltig! Nie fühle ich mich älter, als wenn mich jemand als junge Frau betitelt oder herumstottert, weil er keine korrekte Bezeichnung für eine Frau meines Alters findet. Älterwerden ist kurz vor der Schmerzgrenze, aber gerade noch erträglich. Du bist älter geworden, eine blanke Grenzüberschreitung und Du bist jetzt alt – der Todesstoß.

Die Leute, die nicht zu altern verstehen, sind die gleichen, die nicht verstanden haben, jung zu sein.

(Marc Chagall)

 

Junges Altsein - wie paradox ist das denn!

Wir können ja gerne darüber diskutieren, ob wir jetzt jung 1, jung 2, jung 3 usw. einführen, aber ich sage es Ihnen gleich – ich mache nicht mit. Ich möchte in Ruhe und genussvoll das Älterwerden und bald auch das Altsein genießen, ohne mich mit 20 Jahre jüngeren Frauen vergleichen zu müssen. Außerdem schätze ich andere Frauen und ihre Einzigartigkeit dazu viel zu sehr.

Junges Altsein - wie paradox ist das denn!

 

Ich favorisiere den Hashtag #beautywithbrain, denn Schönheit und Klugheit unterliegen absolut keinem Alterungsprozess.

Einen wundervollen Sonntag liebe immerschöne. Lassen Sie es sich gut gehen.
Ihre Gabriele

Über das Älterwerden gibt es noch Lesestoff. Schauen Sie doch einmal auf diesem Post vorbei oder lesen hier weiter.

*Zitat Quelle: http://zitate.net/alter-zitate?p=13

 

6 thoughts on “Junges Altsein – wie paradox ist das denn!”

  1. Liebe Karin, da gebe ich Dir absolut recht und freue mich sehr, dass wir einer Meinung sind.

    Einen wunderschönen Abend und herzliche Grüße
    Gabriele

  2. Liebe Gabriele,
    klar ist es nicht schön, wenn der Körper so langsam verfällt, aber wir haben auch viele Vorteile, wenn wir älter werden. Wir haben Erfahrung, sind dadurch freier und zufriedener, weil wir wissen, was wir in unserem Leben schon geschafft und überstanden haben.
    Liebe Grüße
    Karin

  3. So ist es liebe Nicole und es hat auch alles seine Zeit.

    Einen lieben Gruß und einen schönen Abend
    Gabriele

  4. Wie mich das freut liebe Susanne. Das Leben als reife Frau ist doch echt zu schade für solche Spirenchen, oder?

    Sei herzlich gegrüßt
    Gabriele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.