Werbung ohne Auftrag – Wird mit Body Neutrality eine neue Kuh durchs Dorf getrieben? Sollte ich bis vor Kurzem noch mit Body Positivity meinen Körper ausnahmslos lieben und uneingeschränkt stolz auf ihn sein, so stellt sich mir jetzt eine völlig neue Herausforderung: Meinem Körper neutral gegenüberstehen. Menschenskinderdonnerlüttchen, so schnell kann ich das innere Ruder nun wirklich nicht rumreißen.

Leute, gehts noch?: Body Neutrality!

Von Body Positivity zu Body Neutrality.

Den Körper annehmen, sei er wie er wolle, wurde schon eine ganze Weile gepredigt. Und auch ich stehe da klar mit meiner Meinung auf Gabriele immerschön.- Diversität ist das Salz in der Suppe. Ein wichtiger Gedanke, dass wir schön sind in unserer Unterschiedlichkeit und uns bitte nicht von irgendwelchen vorgegaukelten Idealen kirre machen lassen, die in der Realität sowieso völlig anders aussehen. Das hat uns Frauen sicherlich einen großen Schritt nach vorne gebracht, völlig ohne Frage! Aber, ein kleines Aber gibt es immer: Verlieren wir bitte nicht den gesundheitlichen Aspekt aus den Augen. Zu dick, ist zu dick und zu dünn, ist zu dünn, da beißt die Maus keinen Faden ab und wir sollten es meines Erachtens auch nicht verwischen.

Leute, gehts noch?: Body Neutrality!

Und führt Body Positivity im Umkehrschluss nicht wieder zu einem ungeheuren Druck? Will ich dem Mainstream folgen, muss ich jetzt um jeden Preis gute Miene zum bösen Spiel machen. Mir kann niemand erzählen, dass ich von heute auf morgen meinen Pummelbauch als ein Geschenk feiern kann. Wer seine “Schönheitsfehler” nicht rundum annimmt, fühlt sich vielleicht sogar doppelt gescheitert. 

Leute, gehts noch?: Body Neutrality!

Body Neutrality – der neue Weg zum Glück!?!

Und jetzt erscheint mit Pauken und Trompeten der neue Hype – Body Neutrality. Einen Gedanken, den ich zuerst einmal rundum begrüße, wäre es kein Trend, sondern das Resultat eines tatsächlichen Umdenkens in unserer Gesellschaft und würde somit keinen erneuten Druck aufbauen. Denn sich selber neutral zu betrachten ist schon eine Hausnummer. Wer kann das? Haben wir uns früher über Zeitschriften mit anderen “ach so schönen Mannequins und Stars” verglichen, so setzt sich dies heute besonders auf Instagram fort.

Leute, gehts noch?: Body Neutrality!

Glaubt denn wirklich jemand, dass ein Vergleich schadet, er uns untröstlich und auf immer und ewig mit uns selber hadernd zurücklässt? Ich glaube das nicht! Außer, wir haben dem nichts entgegenzusetzen! Und hiermit meine ich nicht das schöne Haar oder die wunderschönen Hände, sondern unseren Kopf. Nicht was sich um, sondern in unserem Kopf befindet. Für was interessieren wir uns? Haben wir Hobbys, begeistern wir uns für Sprache, Menschen, Reisen oder Musik? Lernen wir gerne hinzu? Fühlen wir uns ansonsten eigentlich pudelwohl?Meiner Meinung nach brauchen wir kein wunderschönes und vielleicht überhöhtes Selbstbild und Selbsthass lässt sich nicht auf Knopfdruck in Selbstliebe verwandeln.

Leute, gehts noch?: Body Neutrality!

Was wir allerdings vielleicht in höheren Dosen brauchen, ist die Beschäftigung mit anderen Dingen, als mit Äußerlichkeiten. Und das sage ausgerechnet ich, eine Modebloggerin. Ja, und zwar mit Nachdruck, denn Aussehen kann nicht der Sinn des Lebens sein und bestimmt eindeutig nicht meinen Wert. Mich macht primär aus, wer ich bin – nicht wie ich aussehe!

Leute, gehts noch?: Body Neutrality!

 

Der Begriff Body Neutrality kommt mir von daher sehr entgegen, denn er fordert dazu auf, den Blick auf das Wesentliche zu richten. Mein Körper ist mir nämlich eine echte Freundin. Er begleitet mich schon so viele Jahre, hat mich Zärtlichkeit fühlen lassen, mir meine Kinder geschenkt, mich so oft kraftvoll unterstützt und nicht im Stich gelassen, ist mit mir im wahrsten Sinne durch dick und dünn gegangen, dass ich ihn wirklich mag. Wie bei jedem guten Freund bin ich nicht immer hellauf begeistert, aber das macht nichts. Nur so richtig neutral bin ich ihm nicht gegenüber. Muss ich auch nicht, oder?

Einen wundervollen Sonntag meine lieben immerschöne.
Ihre Gabriele

 

Outfit: Bluse und Hose Ulla Popken, Strickjacke und Rolli H&M, Stiefeletten VAGABOND, Tasche aus Marrakesch, Kette Bijou Brigitte

 

8 thoughts on “Leute, gehts noch?: Body Neutrality!”

  1. Hatte ich bisher auch liebe Sabina, bis ich mich da mal reingelesen habe. Freue mich aber über Input, gerne auch konträr.
    Lieben Dank für Dein Kompliment, denn das freut mich von Dir immer ganz besonders.

    Herzliche Grüße und bis bald
    Deine Gabriele

  2. Unter Body Neutrality habe ich etwas anderes verstanden. Aber was ich eigentlich schreiben wollte ist, dass du das mal wieder sehr schön auf den Punkt gebracht hast. Mit dem Begriff Body Positivity habe ich auch schon lange meine Schwierigkeiten. Aus den von dir genannten Gründen. Mal wieder so lesenswert liebe Gabriele.

    Herzliche Grüße und schöne Woche von Sabina

  3. Ein großartiges Lebensmotto liebe Gudrun und absolut bewundernswert, wenn Du es immer leben kannst.

    Herzlichste Grüße
    Deine Gabriele

  4. Liebe Gabi,
    diese Begriffe kommen und gehen. Irgendwann kommt ein anderer Hype. Mich kümmert es wenig. Ich nehme mich so wie ich bin. Nicht dick, aber auch nicht schlank. Ich habe graue Haare, manchmal stehe ich vor dem Spiegel und frage mich, wie meine Naturfarbe war. Nein, so wie ich bin, so bin ich. Ich stehe dem Leben positiv gegenüber und mein Motto ist: Lebe Liebe Lache

    Liebe Grüße
    Gudrun

  5. Unsere Zeit ist wirklich viel zu schade für solch einen Mist liebe Karin. Zumal sich die so unglaublich wichtigen Trend ständig verändern.

    Einen wunderschönen Sonntag und liebe Grüße
    Deine Gabriele

  6. Du hast recht. Wir sind einzigartig und schön wie wir sind. Ich trage Größe 42, manchmal 44 obenrum – untenrum eine Nummer kleiner. Das ist nicht wenig bei einer Körpergröße von 1,56 m In manchen Kleidungsstücken fühle ich mich sehr unwohl, gerade wenn ich sie schön finde, hadere ich zugegebenermaßen ein weig mit meiner Figur. Alles in allem und mit der richtigen Mode, fühle ich mich wohl, zumal ich in dem von meinem Arzt empfohlenen Rahmen bleibe.
    In unserer heutigen Zeit gibt es alle paar Minuten etwas Neues. Heute, mit fast 65, ist mir meine Lebenszeit viel zu schade für einen solchen Sch…..
    Liebe Grüße
    Karin

  7. Ja, liebe Eva da denke ich eher wie Du. Es ist uns so antrainiert worden, unzufrieden mit uns zu sein. Daher glaube ich, dass es wichtig ist, sich zuerst einmal dessen bewusst zu werden. Dann können wir erst gegensteuern.

    Herzlichen Dank und ganz liebe Grüße
    Deine Gabriele

  8. Guten Morgen liebe Gabi! Sollte man überhaupt in Body Neutrality oder Body Positivity denken oder ist es vielmehr die innere Einstellung zu Dingen (auch dem Körper gegenüber)? Die positive Einstellung ist doch das was unterbewusst das Denken und Handeln beeinflusst und was mir den Tag letztendlich versüßt. Ein spannendes Thema! Danke für den Denkanstoß! Einen schönen Sonntag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.